Ganz Kapstadt fiebert der WM entgegen, während der Design Indaba Conference maßen sich schon jetzt die Top Talente des Designs:
Seit über zehn Jahren versammeln sich kreative Vordenker und hochkarätige Designer während der Design Indaba Conference Ende Februar in Kapstadt. Mit über 2.000 Besuchern ist die Konferenz nicht nur die größte Veranstaltung ihrer Art in Afrika, sie sucht auch weltweit ihres Gleichen.
Auch dieses Jahr wartete die Konferenz wieder mit einer inspirierenden Mischung auf und große Namen waren ebenso vertreten wie junge Talente. Den ersten Tag eröffnete Michael Bierut, Partner bei Pentagram und Senior Critic in Graphic Design an der Yale School of Art. In seinem Vortrag war sich der mehrfach ausgezeichnete Gestalter nicht zu schade, eigene Schwächen einzugestehen. Die Mitarbeit an einem gemeinnützigen Projekt hatte Bierut gezeigt, wie schnell professionelle Überheblichkeit in die Irre führen kann und wie wichtig es ist, selbst bei »denen helf ich mal schnell«-Projekten sorgfältig zu recherchieren und zu erörtern, was der Kunde braucht und will. Eine unterhaltsame Präsentation, die nicht nur viele Lacher hervor brachte, sondern auch viele Lehren für die versammelten Designer enthielt.
Der südafrikanische Architekt Mokena Makeka gab dem Publikum Einblick in verschiedene lokale Projekte und öffnete manchem ausländischen Besucher die Augen, etwa wenn es um die Baubestimmungen für Polizeistationen ging. Entgegen vieler Regeln, konzipierte Makeka Gebäude, die auf mächtige Zäune, Mauern und Schutzvorrichtungen verzichteten, die einladend wirken, den Bedürftnissen der Polizisten entsprechen und bis zum heutigen Tag weder angegriffen noch beschädigt wurden. Makeka war also in der Lage, durch eine angepaßte und angemessene Architektur die Situation der Menschen zu verbessern. Sein Büro paßt derzeit Cape Town Station an die Bedürftnisse der WM-Besucher an und plant ein großangelegtes Urbanisierungsprojekt für Teile der Innenstadt, es orientiert sich an Barcelona und ist sicher wert, im Auge behalten zu werden.
Ein weiteres Highlight des Tages was das in England beheimatete deutsch-französische Team Troika. Die Gestalter vereinen ihr Wissen aus den Bereichen Grafik- und Kommunikationsdesign, Produktdesign und Ingenieurskunst und schaffen nicht nur höchst unterhaltsame freie Projekte, sie arbeiten auch für solch große Kunden wie beispielsweise British Airways. Für den neuen Terminal 5 in Heathrow entwickelten die drei eine Weltuhr, die nicht nur gestalterisch sondern auch technisch faszinierte und konzipierten für das Atrium eine Multimediainstallation, die die beteiligten Bauarbeiter ebenso begeisterte wie die Gäste am Flughafen und die Konferenzteilnehmer zu Beifallstürmen animierte.
The Wooster Collective repräsentierte die etwas informellere Seite des Designs und führte den Besuchern die teils faszinierenden, teils unglaublichen Arbeiten von Street-Art-Künstlern aus der ganzen Welt vor Augen. Faith 47, eine lokale Künsterlin, vertrat mit poetischen Arbeiten die Szene in Kapstadt.
Ein inspirierender Tag, an dem zudem William Drenttel aus den USA sozialverantwortliche Grafikdesignprojekte präsentierte und der Art and Creative Director Manabu Mizuno aus Japan ein Portfolio, das von Logos über Verpackungen bis hin zu Store- und Product Design reichte, zeigte. Gefolgt wurde er vom brasillianischen Interior- und Product Designer Marcelo Rosenbaum und der englische Grafikdesigner Harry Pearce beendete schließlich einen wirklich beeindruckenden ersten Konferenztag mit Arbeiten, die den Kopf und das Herz gleichermaßen ansprechen.
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